Gründung des Franziskanerklosters

Die Geschichte der Zistersdorfer Pfarrkirche beginnt eigentlich während des 30-jährigen Krieges – Katholiken und Protestanten standen sich unversöhnlich gegenüber und suchten in vielen schrecklichen Schlachten eine Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen.
Der spätere Stifter der Kirche Rudolf von Teuffenbach, geboren in Graz und zunächst bekennender Protestant, konvertierte bald nach Beginn des Krieges zu den Katholiken und stand in den folgenden Jahrzehnten treu zu Kirche und Kaiser. Dabei war auch sein persönlicher Aufstieg nicht aufzuhalten – er wurde zum Feldmarschall ernannt und erhielt das große Palatinat. Außerdem bekam er von Kaiser Ferdinand II. rund 200.000 Gulden als Ehrengeschenk für geleistete Dienste.
Mit diesen Mitteln ausgestattet, konnte Rudolf von Teuffenbach unter anderem die konfiszierte Herrschaft Zistersdorf erwerben (1622) und seine ganze Kraft der Gegenreformation in seinem Bereich widmen.
Unter diesem Blickwinkel begann Teuffenbach die Gründung eines Franziskanerklosters in Zistersdorf - zunächst wollte er vom Stift Zwettl die Nikolaikapelle samt Pfarrhaus in der Stadt erwerben, was allerdings von Abt und Konvent des Stiftes abgelehnt wurde.
Von ausgezeichneten Fachleuten beraten, erwarb er dann in der Stadt einige Grundstücke und begann 1627 mit dem Bau des Klosters. Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 4. Oktober 1627 wurde nicht nur die Bevölkerung mit einer reichen Almosengabe beteiligt, sondern auch die Zustimmungsurkunden seitens des Passauer Bischofs und die Übernahmeurkunde durch den Franziskanerorden präsentiert.